Ergebnisse und Erfahrungen

Für die folgende Zwischenbilanz wurden Abrechnungsdaten der KV Nordrhein, Daten aus der Vertragssoftware IVPnet
sowie aus einer im August 2019 durchgeführten Patientenbefragung (n=150) ausgewertet.
Zudem liegen auch Befragungsergebnisse der Feedbackbögen von Netzwerktreffen / Qualitätszirkeln sowie Zwischenergebnisse
der Ärzte- und Therapeutenbefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vor.

Es werden die richtigen Patienten erreicht

Über 10 000 (Stand März 2020) der anvisierten 14.000 Patienten wurden mittlerweile in die
verbesserte Versorgung eingesteuert. Die geplanten Meilensteine bezüglich teilnehmender Patienten
wurden erreicht.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Besondere Versorgungsverträge oft trotz großen Potentials
nur geringe Teilnehmerzahlen erreichen, sind diese Zahlen sehr positiv zu bewerten

Grundlage für diese guten Teilnahmezahlen sind vor allem folgende Faktoren:

  • Ärzte/Therapeuten sind überzeugt von Inhalten und Prozessen
  • Mehrwert für den Patienten wird gesehen
  • Übergreifende Vernetzung wird positiv wahrgenommen
  • Hohe Anzahl an teilnehmenden Ärzten/Psychotherapeuten
  • Unterstützung durch Netzwerkmanagement sowie Case Management
  • Hohe Zufriedenheit teilnehmender Patienten

Psychiatrische Diagnosen

Mehr als die Hälfte der Einschreibungen erfolgt bei Patienten mit Depressionen, wobei insbesondere Patienten mit schweren Depressionen (F32.2/F32.3 u. F33.2/F33.3) und einem akutem Behandlungsbedarf im Rahmen des Projektes behandelt und versorgt werden. Dafür wurden weitere Kriterien wie länger bestehende Arbeitsunfähigkeitszeiten, drohende Krankenhausbehandlung oder bestehende Suizidalität als Grundlage für die Teilnahme festgelegt.

Prävalenz

Entsprechend der Prävalenz haben depressive Störungen den größten Anteil bei den Teilnehmern. Gut ein Viertel der Patienten sind neurologisch erkrankt. Das entspricht auch in etwa der Teilnahmequote neurologisch praktizierender Fachärzte.

Neurologische Diagnosen

Bei Patienten mit einer neurologischen Diagnose stellt der Facharzt in fast zwei Dritteln der Fälle ebenfalls depressive Begleitsymptome fest.

Nicht selten kommen daher auch bei neurologischen Diagnosen Interventionen aus dem psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich zum Einsatz (E-Mental-Health, spezielle Gruppenangebote und Einzelpsychotherapie)