Ergebnisse und Erfahrungen

Für die folgende Zwischenbilanz wurden Abrechnungsdaten der KV Nordrhein, Daten aus der Vertragssoftware IVPnet
sowie aus einer im August 2019 durchgeführten Patient*innenbefragung (n=150) ausgewertet.
Zudem liegen auch Befragungsergebnisse der Feedbackbögen von Netzwerktreffen / Qualitätszirkeln sowie Zwischenergebnisse
der Ärzt*innen- und Therapeut*innenbefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vor.

Es werden die richtigen Patient*innen erreicht

Über 12 000 (Stand Dezember 2020) der anvisierten 14.000 Patient*innen wurden mittlerweile in die
verbesserte Versorgung eingesteuert. Die geplanten Meilensteine bezüglich teilnehmender Patient*innen
wurden erreicht.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Besondere Versorgungsverträge oft trotz großen Potentials
nur geringe Teilnehmer*innenzahlen erreichen, sind diese Zahlen sehr positiv zu bewerten

Grundlage für diese guten Teilnahmezahlen sind vor allem folgende Faktoren:

  • Ärzt*innen/Therapeut*innen sind überzeugt von Inhalten und Prozessen
  • Mehrwert für den Patient*innen wird gesehen
  • Übergreifende Vernetzung wird positiv wahrgenommen
  • Hohe Anzahl an teilnehmenden Ärzte*innen/Psychotherapeut*innen
  • Unterstützung durch Netzwerkmanagement sowie Case Management
  • Hohe Zufriedenheit teilnehmender Patient*innen

Psychiatrische Diagnosen

Mehr als die Hälfte der Einschreibungen erfolgt bei Patient*innen mit Depressionen, wobei insbesondere Patient*innen mit schweren Depressionen (F32.2/F32.3 u. F33.2/F33.3) und einem akutem Behandlungsbedarf im Rahmen des Projektes behandelt und versorgt werden. Dafür wurden weitere Kriterien wie länger bestehende Arbeitsunfähigkeitszeiten, drohende Krankenhausbehandlung oder bestehende Suizidalität als Grundlage für die Teilnahme festgelegt.

Prävalenz

Entsprechend der Prävalenz haben depressive Störungen den größten Anteil bei den Teilnehmenden. Gut ein Viertel der Patient*innen sind neurologisch erkrankt. Das entspricht auch in etwa der Teilnahmequote neurologisch praktizierender Fachärzt*innen.

Neurologische Diagnosen

Bei Patient*innen mit einer neurologischen Diagnose stellt der*die Fachärzt*in in fast zwei Dritteln der Fälle ebenfalls depressive Begleitsymptome fest.

Nicht selten kommen daher auch bei neurologischen Diagnosen Interventionen aus dem psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich zum Einsatz (E-Mental-Health, spezielle Gruppenangebote und Einzelpsychotherapie)